Q4 2025: Letzte Etappe: Transfer und Verstetigung im Fokus

Mit dem Jahreswechsel startet die OG SNaPwürZ in die letzten sechs Monate der Projektlaufzeit und damit in eine Phase, in der neben der Weiterentwicklung unserer digitalen Toolbox für On-Farm-Experimente vor allem der Transfer im Vordergrund steht. Genau darum drehte sich auch unser OG-Treffen am 16. Dezember. Wir haben Strategien abgestimmt, wie wir unsere Projektergebnisse für alle zugänglich machen. Konkret haben wir beschlossen, die entwickelten QGIS-Plugins als Open Source über Repositorien in der FARMWISSEN-GitHub-Organisation bereitzustellen (https://github.com/FARMWISSEN). Damit ermöglichen wir nicht nur den Zugriff für Dritte, sondern laden ausdrücklich dazu ein, die Werkzeuge weiterzuentwickeln und die digitale Toolbox für On-Farm-Experimente gemeinsam auszubauen.

Abbildung 1. Vergleich der angepassten Variogrammmodelle.

Als nächstes Etappenziel nehmen wir die 46. GIL-Jahrestagung am 24. und 25. Februar 2026 in Soest in den Blick. Bis dahin sollen erste Versionen der Plugins für Versuchsplanung, Filterung und Attributierung von Punktdaten sowie Interpolation auf GitHub öffentlich verfügbar sein. Auf der Tagung werden wir über das Projekt und die Plugins berichten. Begleitend zu den Repositorien planen wir im weiteren Verlauf des kommenden Jahres zudem Beiträge auf FARMWIKI (https://farmwiki.de/), die die Nutzung der Plugins mit Anleitungen und Handlungsempfehlungen unterstützen. So sollen aus den Ergebnissen nicht nur Code, sondern praktisch nutzbare und langfristig einsetzbare Werkzeuge werden.

Sicherlich sind unsere Werkzeuge noch ein gutes Stück von Perfektion entfernt, ihren Nutzen haben sie aber längst unter Beweis gestellt. Die OG-Partner setzen sie bereits erfolgreich in der Versuchspraxis ein. So wurden allein in der zurückliegenden Saison im Rahmen des Projektes sieben On-Farm-Experimente auf landwirtschaftlichen Betrieben geplant, umgesetzt und ausgewertet. Genau diese Rückkopplung aus der Anwendung ist für uns zentral. Sie zeigt, was funktioniert, wo Abläufe noch einfacher werden müssen und welche Funktionen in der Praxis wirklich gebraucht werden.

Auch bei der Plugin-Entwicklung haben wir in den letzten sechs Monaten deutliche Fortschritte gemacht, besonders beim Interpolations-Plugin. Wir haben mehrere Interpolationsverfahren integriert und die Ausgaben so erweitert, dass Ergebnisse je nach Fragestellung flexibler weiterverarbeitet werden können. Kriging-Ergebnisse lassen sich jetzt nicht nur als Raster, sondern optional auch als Punkt-Layer ausgeben. Zusätzlich kann die Kriging-Varianz als eigene Karte dargestellt werden, um Unsicherheiten transparent sichtbar zu machen. Für die Variogrammmodellierung haben wir außerdem eine Vergleichsbasis geschaffen, mit der sich gefittete Modelle anhand relevanter Kennzahlen einfach gegenüberstellen lassen. Neben Kriging steht nun auch Inverse Distance Weighting, kurz IDW, sowohl als Raster- als auch als Punkt-Ausgabe zur Verfügung. Ergänzt wird das Spektrum durch Nearest Neighbor als Raster-Ausgabe sowie Join Attributes by Nearest als Punkt-Ansatz, um Messwerte oder abgeleitete Kennwerte über räumliche Nähe zuzuordnen. Damit ist ein wesentlicher Funktionsumfang des Interpolations-Plugins umgesetzt und bereit für den nächsten Praxistest und den weiteren Transfer.

Sebastian Ramm, FuE-Zentrum FH Kiel GmbH

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Europäische Innovationspartnerschaft (EIP Agri)

Das Projekt „Chancen durch digitale Innovation in On Farm Research und Exaktversuchen“ (SNaPwürZ) wird durch die EU im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP Agri) und das Landesprogramm Ländlicher Raum des Landes Schleswig-Holstein (LPLR) gefördert. Ziel ist es, neue Problemlösungen anzuregen, die die Nachhaltigkeit und Effizienz in der Landwirtschaft steigern. Jedes Projekt wird durch eine Operationelle Gruppe (OG) gesteuert. Darin arbeiten Landwirte, Wissenschaftler, Berater, NGOs und Wirtschaftspartner gemeinsam. www.eip-agrar-sh.de